Mehr als nur Frischluft – die unsichtbaren Schadstoffe in unseren Räumen
Weichmacher, Pestizide, Aldehyde: In Innenräumen kann die Luft belasteter sein als draußen. Woher die Stoffe kommen und was wirklich hilft.
Welche Stoffe gemeint sind
Stoffgruppe | Typische Quellen im Innenraum |
Weichmacher | Kunststoffböden, Kabel, Folien, manche Möbeloberflächen |
Pestizide / Biozide | Holzschutzmittel (oft in älteren Gebäuden), behandelte Textilien, Insektenmittel |
Aldehyde (z. B. Formaldehyd) | Spanplatten, Kleber, Lacke, neue Möbel |
Aromatische Kohlenwasserstoffe (z. B. Toluol, Xylol) | Lösemittel in Farben, Klebern, Reinigungsmitteln |
Viele dieser Stoffe gasen über Monate oder Jahre aus. Besonders nach einer Renovierung, beim Einzug in neue Räume oder mit neuen Möbeln sind die Konzentrationen oft erhöht.
Warum Lüften hier doppelt wichtig ist
Anders als beim CO₂ gibt es für diese Stoffe kein einfaches Ampel-Messgerät. Umso wichtiger ist ein verlässlicher Luftwechsel: Er verdünnt die Belastung kontinuierlich, auch wenn niemand daran denkt. Eine gut eingestellte Lüftungsanlage leistet das rund um die Uhr, Fensterlüftung nur, wenn jemand das Fenster öffnet.
Unser Tipp aus der Praxis
Quellen vermeiden: Emissionsarme Baustoffe und Möbel wählen, auf Gütesiegel achten.
Nach Renovierung intensiv lüften: In den ersten Wochen den Luftwechsel bewusst erhöhen.
Bei Beschwerden messen lassen: Kopfschmerzen, gereizte Augen oder auffälliger Geruch können Hinweise sein. Eine Innenraumluftmessung schafft Klarheit.
Lüftungstechnik richtig auslegen: Die Luftmenge sollte nicht nur auf Personen, sondern auch auf Materialien und Nutzung abgestimmt sein.



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